Turnen

Die Bedeutung des Wortes "turnen" wirft in vielen Fällen Rätsel auf, denn der Begriff "turnen" wird oftmals für verschiedene Aktivitäten verwendet. Während der Begriff im eigentlichen Sinn eine spezielle Sportart beschreibt, wird er von vielen Menschen als Oberbegriff für das allgemeine Treiben von Sport verwendet. Das gezielte Turnen dient vor allem der Koordination des eigenen Körpers, der besseren Konzentration und schult zudem das Gleichgewicht (z.B. Turnen auf dem Schwebebalken)

Turnen in der Geschichte

Turnen ist in Deutschland auf den Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn zurück zu führen. Er schuf im Jahr 1811 den ersten Turnplatz, welcher sich auf der so genannten Berliner Hasenheide befand. Da in der damaligen Schulbildung dem Thema Sport kaum Beachtung geschenkt wurde, rief er eine beachtliche Veränderung hervor. Jahn betrachtete das Turnen als ein Mittel zur Willensstärkung. Jahn strebte an, durch das Turnen die Bevölkerung körperlich auf den Befreiungskrieg vorzubereiten. Aus dieser Art des Sports entwickelte sich zu dieser Zeit das Geräteturnen. Durch das Überwinden der Kleinstaaterei wurde das Turnen zwischenzeitlich (von 1820-1842) verboten.

Turndisziplinen

Das Turnen kann heute in viele verschiedene Disziplinen eingeteilt werden. Als die beiden Hauptdisziplinen können hier das Geräteturnen und das Trampolinturnen genannt werden. Jedoch auch Gymnastik, rhythmische Sportgymnastik, Akrobatik, Seilspringen, Voltigieren oder Aerobic können als Turndisziplinen bezeichnet werden. Zudem existieren heute sehr viele verschiedene Turnspiele. Eine immer höhere Bedeutung wird im Bereich des Turnens aufgrund der medizinischen Prävention dem Gesundheitssport zugewiesen.

Turnen heute

Schule:
In der schulischen Erziehung ist das Turnen ein fester Bestandteil. Das Turnen an Geräten und am Boden wird im Sportunterricht regelmäßig praktiziert.
Wettkampf:
Das Geräteturnen im klassischen Wettkampfbereich besteht heute bei Männern aus dem Turnen am Boden, auf dem Pauschenpferd, an den Ringen, auf Barren und Reck und aus dem Sprungturnen. Bei den Frauen besteht dies lediglich aus Sprungturnen, dem Turnen an Schwebebalken, Boden und Stufenbarren. Das Trampolinturnen kann in Einzelspringen, Synchronspringen, Mannschaftsspringen, Doppelminitramp und das Tumbling eingeteilt werden. Auch beim Turnen mit dem Rhönrad können zahlreiche Disziplinen, unter anderem das Geradeturnen oder Spiralturnen, Sprungturnen oder Partnerturnen genannt werden.
Freizeit:
Vor allem das Erlebnisturnen oder auch Hindernisturnen wird heute immer beliebter. Hierfür werden von verschiedenen Vereinen oder Freizeit-Gemeinschaften Bewegungslandschaften errichtet, an denen beliebig geturnt werden kann.