Fünf Vorurteile, die Sie über Tanzen schnell vergessen sollten

Wenige Sportarten kämpfen gegen ähnlich viele Vorurteile wie der Gesellschaftstanz. Dabei hat sich gerade diese Bewegungsart in den letzten hundert Jahren sehr zu ihrem Vorteil entwickelt. Unterschieden werden zumeist die Standardtänze wie Langsamer Walzer, Wiener Walzer und Tango, die das klassische Bild des Gesellschaftstanzes prägten, und die große Zahl der Lateinamerikanischen Tänze wie Samba, Salsa und Rumba. Besonders letztere erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie vielfach purer Ausdruck von Lebensfreude sein können, während die Standardtänze vorwiegend durch ihre Eleganz bestechen. Es wird daher Zeit, mit ein paar dieser Vorurteile aufzuräumen.

Tanzen fehlt die Kreativität

Entgegen vieler Meinungen folgt Tanzen nur selten vorgeschriebenen Reihenfolgen. Im Gegenteil laden die meisten Tänze, wie die Rumba, geradezu dazu ein, sich aus den erlernten Schrittfolgen eigene Sequenzen zu kombinieren. Tanzen lernen bedeutet eine neue Sprache erlernen. Die Wörter sind vorgegeben, die Sätze nicht.

Tanzen braucht sehr viel Platz

Tatsächlich beinhalten viele Tänze, wie der Wiener Walzer, Schrittfolgen, die einigen Platz erfordern. Dies trifft jedoch nicht auf jeden Tanz zu, einige kommen mit zwei Schritten zu jeder Seite aus. Mit dem modernen Discofox bemühte sich die Tanzsportszene so einen Kontrapunkt zu bieten, einen Tanz, der auf engem Raum mit vielen Elementen und einer großen Variantenvielfalt tanzbar ist.

Klassischer Tanz funktioniert nur mit klassischer Musik

Auch moderne Musik enthält bekanntlich Takt und Rhythmus. Nur diese beiden Kriterien entscheiden, welche Melodie tanzbar ist und welche nicht. Wenige Tänze erfordern so ungewöhnliche Taktmuster wie der Paso Doble. Auch hier sei auf den Discofox verwiesen, dessen wenige Grundschritte nicht nur schnell erlernt werden können, sondern sich auch beinahe jedem Rhythmus anpassen.

Tanzen ist ein Sport ohne Auszeichnungen

Selbstverständlich kann jeder Sport zum reinen Vergnügen ohne den Wettkampf um Ehrungen betrieben werden, so auch das Tanzen. Im Rahmen des ADTV, des Allgemeinen Deutschen Tanzsport-Verbandes, lassen sich jedoch auch Urkunden, Abzeichen und Medaillen, wie die Goldene, Silberne oder Bronzene Tanzsportnadel verdienen.

Tanzen ist nur zu zweit möglich

Zahlreiche Tanzschulen bieten inzwischen Formationstanz an, eine Variante des Gesellschaftstanzes, bei der mehrere Tanzpaare möglichst gut aufeinander abgestimmt tanzen. Über die Koordination mit Partner oder Partnerin hinaus erfordert dies natürlich besonderes Taktgefühl im Zusammenspiel mit den übrigen Paaren.

Das Miteinander von Jugendlichen und Senioren an einem gemeinsamen Sportereignis kann wohl keine andere Sportart in dieser Form bieten. Dieses Erlebnis, die weitgehende Öffnung des Tanzsports für moderne Elemente und die Lösung von strengen Normen zugunsten sportlicher Anreize haben dem klassischen Gesellschaftstanz sowohl als Paartanz wie als Teamsport zu Recht zu einer neuen Blüte verholfen.