Herausbildung der Wettkampfsportart Judo

Waren die Vorläufer dieser Sportart, deren Wurzeln bis vor das Jahr 1000 zurückreichen, vorwiegend zur Selbstverteidigung gedacht, hat sich Judo zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu einem Training für Körper und Geist gewandelt. Nicht die Unterwerfung des Gegners ist das Ziel, sondern gegenseitiges Helfen sowie Verstehen sind in den Vordergrund gerückt. Damit verschwanden allerdings auch zahlreiche gefährliche kämpferische Elemente aus dem Wettkampfsport. Vorausgegangen waren diesem Prozess große gesellschaftliche, kulturelle und politische Umbrüche im traditionellen Japan. Nach Deutschland gelangte Judo Anfang des 20. Jahrhunderts mit der japanischen Marine, deren Vorführungen Kaiser Wilhelm II. so sehr begeisterten, dass er für Teile seiner Armee eine Ausbildung in dieser Kampfkunst vorschrieb. Mittlerweile ist Judo die weltweit populärste Kampfsportart überhaupt und wird in 150 Ländern praktiziert.

Die Voraussetzungen

Die japanische Kampfsportart Judo begründet sich auf das Prinzip der Erzielung einer maximalen Wirkung bei minimalem Einsatz. Beim Judo wird im Zweikampf derjenige zum Sieger erklärt, der seinen Gegner als erster mit dem Rücken auf die Matte befördert. Das Judofeld besteht aus Matten und ist durchschnittlich 15 mal 15 Meter groß. Dazu tragen Judoka den typischen Anzug bestehend aus einer weiten Baumwollhose und einer Jacke, die von einem der verschiedenfarbigen Gürtel zusammengehalten wird. Die Farbe des Gürtels gibt Auskunft über den bisher erreichten Ausbildungsstand. Alle Judoka, die einen schwarzen Gürtel tragen, zählen nicht mehr zu den Schülern, sondern haben bereits einen Meistergrad erworben. Derzeit kann einem Sportler als höchste Auszeichnung der 9. Dan verliehen werden.

Die Sportart Judo

Neben unterschiedlichen Halte- und Wurftechniken sowie Würge- oder Hebeltechniken ist vor allem das Erlernen der Fallschule in diesem Sport von wesentlicher Bedeutung. Schnelligkeit, Kraft und das Beherrschen der Techniken sind Grundvoraussetzungen, um diesen Sport erfolgreich auszuüben. Allerdings sollte ein Judoka nicht nur über körperliche Fähigkeite verfügen, sondern auch mit strategischen Überlegungen punkten. Das Training im Judo basiert traditionell auf drei Säulen: erstens aus Elementen des Jiu Jitsu, die auch in Prüfungen zusammen mit einem Partner ausgeführt werden (Kata), zweitens der streng reglementierten spielerischen Ausübung der erlernten Techniken (Randori), und dem Wettkampf (Shiai).
Mittlerweile gibt es in Deutschland etwa 600 Judovereine.